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Junge Menschen aus über 30 Ländern wirken an YOUCAT Liebe für immer mit
Bei der internationalen Vorstellung am 6. Oktober in Rom standen die Fragen und Erfahrungen junger Menschen zu Liebe, Beziehungen, Sexualität und Ehe im Mittelpunkt.
- Mehr als nur eine Buchvorstellung
- Ein Gespräch, das die Kirche herausfordert
- Ein Buch, das auf Wunsch der jungen Menschen entstand
- Wenn schwierige Fragen Raum bekommen
- Liebe lernen — auch in schwierigen Zeiten
Mehr als nur eine Buchvorstellung
Am 6. Oktober fand in Rom die internationale Vorstellung von YOUCAT Liebe für immer statt. Im Centro Internazionale Giovanile San Lorenzo kamen junge Menschen aus verschiedenen Ländern, Verantwortliche der Kirche und Mitglieder des Projektteams zusammen. Sie stellten das Ergebnis jahrelanger Fragen, Gespräche und gemeinsamer Arbeit vor.
Die Begegnung war weit mehr als eine Buchvorstellung. Viele der Anwesenden hatten zu den Fragen beigetragen, die das Buch möglich machten, und nach einer Sprache gesucht, die junge Menschen aus ganz unterschiedlichen Kulturen anspricht. Der Nachmittag begann mit einer Eucharistiefeier unter dem Vorsitz von Erzbischof John Joseph Kennedy, Sekretär des Dikasteriums für die Glaubenslehre. Anschließend folgten persönliche Zeugnisse und Reflexionen der Beteiligten.
Im Laufe der Veranstaltung wurde ein Gedanke immer deutlicher: YOUCAT Liebe für immer entstand sowohl aus den Antworten, die die Kirche jungen Menschen geben wollte, als auch aus den Fragen, die sie selbst eingebracht hatten.
Ein Gespräch, das die Kirche herausfordert
Erzbischof John Joseph Kennedy, Sekretär des Dikasteriums für die Glaubenslehre und Mitglied des Aufsichtsrats von ACN, stellte YOUCAT Liebe für immer in den Zusammenhang einer Generation, die nach tragfähigen Antworten sucht. Junge Menschen seien „es leid, belogen zu werden und zu hören, dass nichts sicher ist“. Sie suchten „die Wahrheit, Gemeinschaft und eine Liebe, die von Dauer ist“. Darin liegt für Kennedy auch ein Schlüssel zum Anliegen von YOUCAT: Jungen Menschen Antworten zu geben und ihnen zugleich zu helfen, den Glauben kennenzulernen, zu verstehen und sich zu eigen zu machen. „Der Glaube soll nichts Vages sein. Man soll ihn kennen, lieben und leben“, betonte er.
Dieser Gedanke zog sich letztlich durch die gesamte Veranstaltung: eine Katechese, die mit dem Zuhören beginnt, bevor sie selbst spricht.
Ein Buch, das auf Wunsch der jungen Menschen entstand
Während seiner Ansprache erinnerte Bernhard Meuser, Koordinator des Projekts und seiner Redaktion, an eine Überzeugung, die YOUCAT von Anfang an begleitet. Er zitierte Kardinal Christoph Schönborn, O.P.: „Wenn du etwas für junge Menschen tun willst, musst du es mit jungen Menschen tun.“ Nach den Erfahrungen mit dem ersten YOUCAT machten die Anfragen junger Menschen aus verschiedenen Ländern einen konkreten Bedarf deutlich: das Erarbeiten eines konkreten Beitrags zum Thema Liebe, Ehe und Sexualität.
Daraufhin begann ein internationaler Prozess, an dem junge Menschen aus rund 30 Ländern beteiligt waren. Meuser erklärte, das Ziel sei gewesen, dass sie das Ergebnis als ihr eigenes erkennen und sagen könnten: „Das ist unser Buch.“ Zugleich sollte auch die Kirche sagen können: „Das ist mein Buch.“
Die Arbeit war sorgfältig. Die Antworten wurden Wort für Wort besprochen. Manchmal konnte das Team „einen halben Tag über einen einzigen Satz diskutieren“, um eine Balance zwischen verständlicher Sprache und theologischer Genauigkeit zu finden. Für die Redaktion bestätigte diese Erfahrung eine Überzeugung: „Synodalität funktioniert.“ Die jungen Menschen wirkten aktiv an der Entstehung der Katechese mit und waren zugleich ihre Adressaten.
Wenn schwierige Fragen Raum bekommen
Für Veronica Katz begann die Geschichte 2020, als ein Missionsprojekt in Lourdes wegen der Pandemie abgesagt wurde. Wenige Tage später erhielt sie eine E-Mail von YOUCAT mit einem unerwarteten Vorschlag: „Papst Franziskus wünscht sich dringend einen Katechismus über die Ehe.“ Sie sagte zu und koordinierte ein Team von 16 jungen Menschen: Singles, Paare, Verheiratete und ein Seminarist. Vier Monate lang arbeiteten sie an 58 Fragen. Zu jeder Frage steuerten sie eine kurze und eine ausführliche Antwort, ein Zitat und ein persönliches Zeugnis bei.
Katz erklärte, ihre Motivation sei aus einer Erfahrung entstanden, die sie in ihrem Umfeld machten: „Wir leben in einer Gesellschaft, in der die Liebe ihre tiefe Bedeutung verloren hat.“ Besonders überrascht habe sie jedoch, dass die Kirche ihre Erfahrungen für eine Katechese für junge Menschen auf der ganzen Welt einbeziehen wollte. „Was? Die Kirche will unsere Erfahrungen berücksichtigen? Für eine weltweite Katechese?“ So hätten ihre Freunde reagiert, erinnert sie sich. Durch die Mitarbeit erlebten sie, dass „die Kirche uns ernsthaft zuhörte“ — auch bei Fragen zu Beziehungen und Sexualität, die manchmal noch immer schwer offen anzusprechen sind.
Heute möchte Katz, dass dieses Gespräch über das Buch hinaus weitergeht. Sie lädt junge Menschen ein, ihre Fragen — auch die unangenehmen — mit ihrem Freund oder ihrer Freundin, ihren Freunden, ihrem Verlobten oder ihrer Verlobten oder ihrem Ehepartner zu teilen. Ihre abschließende Einladung ist zugleich ein Aufruf zur Mission: „eine neue Generation von Missionaren der Liebe“ zu werden.
Liebe lernen — auch in schwierigen Zeiten
Regina Lynch, Geschäftsführende Präsidentin von Kirche in Not (ACN), lenkte das Gespräch auf die konkreten Lebensumstände, in denen viele junge Menschen und Familien ihre Liebe leben sollen. Sie betonte, wie wichtig es sei, junge Menschen zu begleiten, wenn sie sich fragen, was treue Liebe bedeutet und wie sie sich auf die Ehe vorbereiten können. „Junge Menschen brauchen Hilfe, um diese Berufung zu verstehen und zu leben, ganz gleich, unter welchen Umständen“, sagte sie.
Sie bezeichnete die christliche Ehe als „eine Berufung, einen Weg und einen Bund für das ganze Leben“ und fügte hinzu: „Starke Ehen helfen der Kirche zu wachsen.“ Ihr Wunsch ist, dass YOUCAT Liebe für immer jungen Menschen hilft, Fragen zu stellen, die sie sich vielleicht noch nie zu stellen gewagt haben. Sie sollen entdecken: „Es lohnt sich, nach dauerhafter Liebe zu fragen. Es lohnt sich, sich darauf vorzubereiten.“
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